Das 4-Generationenhaus in Andernach

In diesem Mehrgenerationenhaus leben 66 Mieter im Alter von 12 Monaten bis 94 Jahren (Stand.: Nov. 2014). Der 1. Bauabschnitt wurde im Herbst 2006 bezogen, der 2. Ende 2009. Es gibt 35 Wohnungen (50 - 105 qm) und 8 Einfamilienhäuser (100 - 105 qm). Der Hausgemeinschaft steht ein Bewohner-Café, zwei Gästewohnungen, zwei Fahrrad- und zwei Waschräume sowie ein großzügiger lnnenhofbereich zur Verfügung.

 

Bemerkenswert sind die jährlich über 20 selbstorganisieıten Aktivitäten, die individuellen nachbarschaftlichen Hilfen im Einzelfall, sowie das ausgewogene Verhältnis von Nähe und Distanz. Hierfür wurden dem 4-Generationenhaus bisher drei Auszeichnungen verliehen:

 

Nr. 1 im Wettbewerb „Lebendige Nachbarschaft in Rheinland-Pfalz“ 2012,

Nr. 2 beim Zukunftspreis der Volksbank RheinAhrEifel eG 2013 und

Nr. 3 beim Jubiläums-Wettbewerb des Netzwerks Nachbarschaft 2014.

 

 

Bunte Nachbarschaftstreffs

Ein gutes Miteinander in der Nachbarschaft, Interesse an Nächsten und gemeinsame Unternehmungen kennzeichnen die Bewohnerinnen und Bewohner in der Karolingerstraße, die früher als „Chinesenviertel“ abgetan wurde. Ein geeigneter Ort für Treffen ist das Bewohner-Café, sowohl für Info-Veranstaltungen z.B. zum Schutz vor Kriminalität von der Polizei oder vom Pflegestützpunkt. Anlässe finden sich genug: für Geburtstagsfeiern wird gedichtet und ein spontaner Chor gebildet, begleitet von der Ziehharmonika.

 

Vieles passiert auch, ohne das es an die sprichwörtlich „Große Glocke“ gehängt wird: Da wird für jemand eingekauft, der es aktuell nicht schafft, oder bei einem Krankenhausaufenthalt auch die Wäsche gewaschen. Man kümmert sich halt um andere, wenn es angebracht ist und derjenige das auch signalisiert. Inzwischen kennt man manche Angehörige der Mitbewohner, oder auch deren Enkel oder Urenkel.

 

Ein fester Termin ist jeden 3. Donnerstag im Monat der Stammtisch in Verschiedenen Restaurants. In gemütlicher Atmosphäre werden Neuigkeiten aus der Region ausgetauscht, Ideen für Veranstaltungen besprochen oder einfach nur Witziges erzählt.
Kleinere Runden treffen sich immer wieder, z.B. zum Rummykup oder zum Wandern. Aber das individuelle Leben der einzelnen Bewohner hat natürlich Priorität: Sie werden von Verwandten, Freunden oder auch zu einer Spielrunde besucht. Wer ein paar Tage bleiben will, für den stehen 2 Gästewohnungen zur Verfügung. Und es gehört auch dazu, dass einige mehr Distanz halten und nur gelegentlich dabei sind.
Bei den unterschiedlichen Treffen und Feiern gab es natürlich auch die verschiedensten Speisen. Da wurden dann Rezepte ausgetauscht und nachgefragt, von wem denn das eigentlich stammt, in welcher Region das so gekocht wird. Daraus ergab sich folgerichtig die Idee der hier wohnenden Fachfrau für Hauswirtschaft: “Kommt, lasst uns ein Kochbuch machen.“
Das Kochbuch lag Ende Oktober 2012 vor und wurde Anfang November in einer Pressekonferenz zusammen mit Oberbürgermeister Achim Hütten der Öffentlichkeit vorgestellt. Inzwischen ist es in der 5. Auflage erschienen. Es wird mit 12 € unter dem Herstellungspreis verkauft. Dies ist nur durch die Sponsorengelder möglich. Die Resonanz bei örtlichen Unternehmen war uneingeschränkt positiv. Zur finanziellen Abwicklung wurde der Verein „Leben in guter Nachbarschaft in Andernach“ gegründet.

Inzwischen hat der Verein weitere Initiativen entwickelt:

Halbjährlich einen Putzdienst für die Fenster

Bildung eines Netzwerkes zum „Gemeinsam Wohnen“ mit Initiativen in Neuwied und Koblenz

Beteiligung an der Demografiewoche vom 28.10.- 02.11.2013 mit:
- einem Tag der offenen Tür
- einer Sendung im Offenen Kanal Rheinland-Pfalz zu „Gemeinsam Wohnen“
- einer neu entwickelten Powerpoint-Präsentation für Besuchergruppen.

Info -Veranstaltung
- für Besuchergruppen
- durch den Pflegestützpunkt Andernach
- zur Sicherheit und Schutz vor Kriminalität durch die Polizei

Aktive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um die Möglichkeiten für Jung und Alt beim „Gemeinsam Wohnen“ zu verdeutlichen.


Daneben organisieren verschiedene Mitbewohner weitere Veranstaltungen:


- jährliches Sommerfest
- eine Planwagenfahrt
- Weinprobe im Bewohner-Cafe mit einem Winzer von der Nahe
- Döppekuchenessen im Herbst
- Sportliche Aktivitäten wie Nordic Walking oder Wandern
- Skat-Runden von Männen bzw Frauen
- ein Brunch im Bewohner Cafe
- Sonntagsessen in angesagten Restaurants
- Rummycup und andere Spiele einer Frauengruppe
- Geburtstagsfeiern mit der Hausgemeinschaft
- Sylvester auf dem Laubengang
- Neujahrsempfang für alle
- u.v.m. siehe Chronik